Super User

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Sonntag, 10 März 2019 13:46

Ein bisschen was über mich . . .

. . . und Yoga . . . und so . . .

fast vor genau einem Jahr, im Frühjahr 2018,  stand ich knapp unterhalb eines Gipfelkreuzes
auf 2.140 m Höhe...
das mag für den einen oder anderen hier wohl nichts Besonderes sein,
für mich aber fühlte es sich an, als wär ich direkt in den Himmel geklettert!
Denn tatsächlich konnte ich vor genau 3 Jahren kaum einen Fuß vor den anderen setzen.
Drei komplett rausgeflutschte Bandscheiben,
und eine damit verbundene Entzündung und Arthrose in der Wirbelsäule haben mir echt das Leben zu Hölle gemacht.

Als ob das nicht reichte hatte ich in einem halben Jahr noch drei Unterleibs OP´s. 
ich konnte kaum noch laufen, Wenn ich 3 Stunden Schlaf in der Nacht hatte war das viel.

Das ganze hatte 2 Jahre zuvor schon begonnen,
und ich hatte etliche Therapien und Krankenhausaufenthalte hinter mir.
Ich war verzweifelt, hatte Depressionen, war Tramal (Opiat) abhängig und eigentlich gar keinen Bock mehr auf mein Leben, so wie es war!
Ich hatte gerade meine 2 jährige Yogalehrer-Ausbildung hinter mir, und ehrlich gesagt keinen blassen Schimmer, was ich damit anfangen sollte.
Denn geholfen hat mir die Art, wie man mir dort Yoga zeigte - vor allem von den Lehrern im Ashram - nicht wirklich.
Es war eher das Gegenteil der Fall.
So hab ich z.B. einmal bei einem intensiven Meditations-Wochenende den Leiter auf meine gesundheitlichen Probleme angesprochen
und gefragt, ob ich mich während dem Sitzen auch an der Wand anlehnen, und mich zwischendurch auch mal hinlegen könne.
Könnte ich so machen, war die Antwort, "aber dann fliegst du raus und kannst nach Hause fahren!"
Also saß ich mit meinem schmerzenden Körper stundenlang im Meditations-Sitz und hab die Zähne zusammengebissen
und mich in den kurzen Schlaf geweint.


Heute lang ich mir dafür an den Kopf...
damals dachte ich, ich MUSS das AUSHALTEN - das GEHÖRT DAZU!
Heute weiß ich:
EINEN SCHEISS MUSS ICH!


Und das, was man mir gezeigt hatte war kein Yoga - jedenfalls nicht MEIN YOGA!
Dies waren die starren, dogmatischen Konzepte von anderen.
Für mich ist Yoga ACHTSAM, FLIESSEND, WEICH, FLEXIBEL!

Ich wollte mich irgendwann nicht mehr über äußere Schmerzen spüren, ich wollte mir und meinem geschundenen Körper
GUTES tun und mich von innen heraus wahrnehmen.
Für mich ging meine persönliche Ausbildung und die Antwort, was Yoga für mich ist, also erst nach der Ausbildung richtig los.
Denn trotz Wut im Bauch auf diesen ganzen Yoga-Zirkus, hat es immer zu mir geflüstert, das es MEHR ist, und ich wusste, ich musste mich auf den Weg machen um die Essenz für mich herauszufiltern.
Heute hab ich mein ganz eigenes Yoga gefunden,
das MUSS nichts, das ist WEIT und OFFEN für alles was mir gut tut.
Und GENAU SO gebe ich es weiter!
Ich bin keine Lehrerin, die ein buntes, interessantes Leben führt, ich bin nicht immer weise und gelassen,
ich hab keine weite Reisen gemacht und in Indien war ich auch noch nicht.

Alles, was ich zu geben habe, bin ICH...so, wie ich bin und mit allem, was ich mitbringe.
Ich bin ein ganz natürliches, lebendiges Wesen, ein kleiner Dickschädel, eine Fettsee-Treterin, leicht chaotisch,
sehr emotional (mein Swadhisthana Chakra ist weiiit geöffnet)
ich bin aber auch nachdenklich, ich liebe die Stille, die Natur und glaube immer an das GUTE.
Ich hab viel gelernt über mich,
vor allem, mich nicht mehr selbst zu begrenzen, ich bin so viel und dann wieder nichts von allem.

Neti Neti ...nicht „dies“ nicht „das“!
Ohne Yoga...das weiß ich – wäre ich nicht letzte Woche auf diesen Berg hinauf gekommen - und schon gar nicht wieder runter!
Aber ich hab´s geschafft...ich bin stolz auf mich, ich bin DRAN geblieben – denn ohne ein bisschen Disziplin geht es nicht!
Heilung ist ein Prozess...er hört nie auf!
Wir schleppen oft so viel mit uns rum, was heil werden muss, damit wir endlich ganz zu uns selbst finden.
Und jeder hat seinen EIGENEN WEG in seinem EIGENEN TEMPO zu gehen.

Und wenn du zu mir zum Yoga kommst, dann erfährst du genau das:
Auf DICH selbst zu hören,
es gibt nichts, was ich dir beibringen kann, es ist alles schon DA...IN DIR!
Ich werde dich nur immer wieder ermutigen und auffordern, der STIMME DEINES HERZENS zu lauschen,
und ist sie noch so leise...
um rauszufinden, was DU brauchst!
Und glaub mir, je öfter du auf sie hörst, umso lauter und deutlicher wird sie zu dir sprechen!
Und die Stimmen im Außen, die dir etwas sagen, das dein Herz nicht berührt, werden mit der Zeit wegfallen!

Go and find your own way

bis rauf auf deinen persönlichen Gipfel!
Und wenn ich dich dabei ein Stück begleiten darf, ist es mir eine große Ehre!

Samstag, 22 Dezember 2018 13:21

Menschlichkeit

Es ist der letzte Samstag vor Weihnachten. Mein Mann, unser Sohn und ich sitzen im Auto.
Wir waren in Heidelberg und sind auf dem Weg nach Hause.
Nur Verrückte gehen am Samstag vor Weihnachten in die Stadt, hat meine Freundin noch zu mir gesagt und wahrscheinlich hat sie recht.
Plötzlich fragt mich mein Mann ganz aufgeregt:“ Hast du den Mann eben gesehen? Wie der da an der Bushaltestelle lag? Meinst du wir sollten anhalten?“
Ich hab wo anders hingeguckt und hab ihn nicht gesehen.
Aber ich weiß sofort – JA, wir sollten anhalten!

Wir fahren rechts ran, lassen unseren Sohn im Auto und laufen zur Bushaltestelle.Dann seh ich ihn, er sitzt noch halb auf dem Bänkchen der Haltestelle, halb liegt er schon unten,er stützt sich mit Mühe und Not mit den Füßen ab, dass er nicht ganz abrutscht. Unter ihm liegt eine große Flasche Schnaps, neben ihm ein Rucksack voll mit Tetrapack Wein.Ich geh zu ihm hin und frag ihn“ Hallo, geht’s Ihnen gut?“ Was in angesichts dieser Situation schon eine recht blöde Frage ist. Aber mir fällt nichts anderes ein.Von der anderen Seite der Haltestelle kommt ein Mann gelaufen, der ebenfalls mit dem Auto angehalten hat um zu schauen, ob er helfen kann.Ich schlage vor, den Mann erstmal aufzurichten und zu dritt bekommen wir es hin, ihn so auf die Bank zu setzten, dass er nicht gleich wieder runter rutscht.Der Mann murmelt etwas, dass ich nicht verstehe – wir beratschlagen uns kurz und sind uns einig – so können wir ihn nicht sitzen lassen.Mein Mann zückt sein Handy und ruft Hilfe mit der 110.Der Mann, der noch geholfen hat fragt, ob ergehen kann, er habe noch einen Termin.Wir versichern ihm, dass wir bleiben bis Hilfe kommt, dann fährt er weg.In „unseren Patienten“ kommt plötzlich Leben, er schwankt nach vorne, ich pack sofort seine Schulter und halt ihn fest, da schaut er mich an…“Mir geht´s nicht gut“, sagt er plötzlich recht deutlich. „Ja“, antworte ich „das seh ich, es wird alles gut, wir haben Hilfe geholt, so lange bleiben wir bei Ihnen!“ Er schaut mich aus unendlich traurigen, verlorenen Augen an, dann fängt er an zu weinen.Es ist mir plötzlich egal, dass er nicht gut riecht, ich setz mich ganz dicht neben ihn und leg ihm meinen Arm um die Schulter, mit der anderen Hand hab ich ihn am Arm, dass er nicht nach vorne kippt. Mein Mann steht auf der anderen Seite und passt mit auf.Ich streichle seinen Rücken. „Ich bin Alkoholiker!“ sagt er ganz leise und schaut mich wieder aus diesen traurigen Augen an. Ich seh den Mensch dahinter – es sind gute Augen. „Ja“, sag ich „das passiert manchmal“ und ich mein es genau so, wie ich es sage!Es wird mir wieder einmal mehr bewusst, wie verletzlich wir menschlichen Wesen doch alle sind. Und wenn es uns den Boden unter den Füßen weg zieht, kann jeder von uns in eine solche Situation geraten. Alkohol ist ja überall und für jeden greifbar. Alkohol ist ein Teufelszeug!Ich rücke noch ein Stückchen näher an ihn ran, er hustet, spuckt Schleim…es ist mir egal, es ist mir egal ob er sich übergeben muss oder einnässt…all das könnte gut passieren, aber es ist mir echt in diesem Moment egal. Ich möchte ihm menschliche Wärme geben, stilles verstehen, will einfach ganz DA sein. „Ich halte Sie hoffentlich nicht auf!“ sagt er, dann weint er wieder. „Nein“, sage ich, wir haben Zeit.So sitzen wir bestimmt noch 10 Minuten bis der Rettungswagen kommt, ich ganz dich an ihm dran, meinen Arm um ihn gelegt und seinen Rücken streichelnd, mein Mann steht daneben und hält ab und zu seine Schulter, wenn er nach vorne schwankt.In dieser Zeit kommen noch 2!!! Männer an uns vorbei, schauen kurz und fragen sofort, ob sie helfen können! Nur ein einziger macht an angewidertes Gesicht und eine saublöde Geste im Vorbeigehen.Als die Sanitäter kommen schaut er mich wieder an, nimmt meine Hand in seine, und drückt sie ganz fest „Danke!“, sagt er immer wieder „Danke, danke!“Ich wünsche ihm von Herzen alles Gute und sage ihm, dass er auf sich aufpassen soll!Dann helf ich dem Sanitäter ihn noch bis zum Rettungswagen zu bringen.

Mein Mann sagt im Auto zu mir, bevor er mich kennen gelernt hat, wäre er sicher weiter gefahren. „Da liegt halt einer, der zu viel gesoffen hat“, hätte er sich gedacht…aber ich habe ihm beigebracht nicht so zu denken. Das ist echt ein schönes Kompliment.
Und es zeigt mir, wie wir im Kleinen doch ganz Großes bewirken können.
Natürlich haben wir das alles unserem Sohn erzählt, der ja die ganze Zeit im Auto gewartet hat und ich wünsche mir, dass auch er nie zögert um zu helfen.
Der erste Gedanke ist immer der Richtige – und wenn dein Herz sagt: Da stimmt was nicht, schau nochmal genauer hin. Dann zögere nie!

Es ist Weihnachten, ich denke an all die Menschen für die das eine harte Zeit ist, an die Verzweifelten, die Einsamen, die, die aus der Gesellschaft rausgefallen sind.
Es hat gut getan zu sehen, dass außer uns noch andere Menschen bereit waren zu helfen!
Es lässt mich an das Gute glauben…es lässt mich hoffen, dass wir doch noch nicht so abgestumpft sind.

Wir sind alle Menschen, wir haben alle unsere Geschichten – manche sind schön und manche sind traurig und auch tragisch.
Wir haben alle ein warmes Herz in unserer Brust schlagen…lassen wir es nie kalt werden
und geben wir denen, deren Licht im Herzen ganz klein geworden ist, immer von unserer Wärme etwas ab!

Das wünsch ich mir so sehr!
Danke für die Menschlichkeit, danke für die Liebe

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